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Wie kaum in einer anderen Stadt kann man in Köln Architektur gleichsam durch Anschauung studieren. Das bezieht sich nicht nur auf die Architektur selbst, sondern auch auf das lebendige kulturelle Umfeld. Sammlungen bedeutender alter und neuer Kunst, Architekturausstellungen des Museums für angewandte Kunst, Möbel- und Kunstmessen, die Hochschule für Medien, der Fachbereich Design der Fachhochschule, fordern ständig dazu auf, über den Tellerrand zu schauen. Dazu gibt es jährlich, zeitgleich zum Beginn des Wintersemesters, die „plan“, ein stadtweites Architekturevent, auf dem sich Büros öffnen, Ausstellungen, Symposien und Vorträge angeboten werden. In Köln sind einige der bedeutendsten deutschen Architekturbüros ansässig und es gibt Neubauten internationaler Architekten wie O.M.Ungers, Nicholas Grimshaw, Norman Foster, Renzo Piano, Jean Nouvel, Rem Koolhaas oder Peter Zumthor. Sie ergänzen beispielhafte Bauten der zwanziger und fünfziger Jahre. Der eigentliche Schatz Kölner Architektur ist ein wenig älter, denn Köln ist die älteste der deutschen Millionenstädte. Aus römischer Zeit steht noch ein Stadtmauerturm, etliches ist ausgegraben worden, vor allem haben sich die Hohe Strasse und Schildergasse, die Einkaufsstrassen der römischen Stadt, bis in die Gegenwart erhalten. Die romanische Architektur, zu Beginn eine römische Renaissance, hat sich in Köln zu unvergleichlicher Blüte ausgebildet. Im 12. Jahrhundert war Köln die größte Stadt Europas, die Kölner Erzbischöfe waren Kanzler der Könige. Aus dieser Zeit haben sich 12 romanische Kirchen erhalten, von denen St. Maria im Capitol, St. Aposteln und St. Gereon Weltrang besitzen. Alles überragt der gotische Dom. Er wurde 1248 für die Reliquien der „Heiligen Drei Könige“ begonnen, aber erst im 19. Jahrhundert vollendet. So ist er Studienobjekt nicht nur der Baugeschichte, sondern auch für Baustoffkunde, Konstruktion und Baubetrieb. Was Köln fehlt, bietet der Einzugsbereich. Brühl und Bonn sind Barock geprägt, der Rhein bietet Malerisches und das Ruhrgebiet eindrucksvolle Industrielandschaften. Die Niederlande sind Nahziel von Architekturexkursionen. Und die Domtürme weisen weithin den Weg zurück.
(Prof. C. Machens 15.04.2002)
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koelnarchitektur.de und engagierte Architekturstudenten der FH Köln haben sich vorgenommen, die in der Fakultät bisher meist intern diskutierten Standpunkte zur aktuellen Architekturdebatte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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